10.02.2017

Industrie 4.0 war gestern – Fraunhofer geht „beyond 4.0“


Neues Fraunhofer-Projekt „Go Beyond 4.0“ gibt den Startschuss zur Erforschung einer neuen Ära in der Produktion, schafft neue Fertigungsstrategien zur Individualisierung von Industrieprodukten und unterstützt damit den von der Industrie geforderten Ausbau der Anteile in den globalen Märkten.  „Go Beyond 4.0“ wird für drei Jahre mit acht Millionen Euro von Fraunhofer gefördert.

München. Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung der industriellen Großserienfertigung gehören zu den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Vor allem Unternehmen der Zukunftsmärkte wie Automotiv oder Consumer Electronics müssen die wirtschaftlichen Vorteile der Massenfertigung nutzen zur Herstellung von individualisierten Produkten. Dazu wurde jetzt von der Fraunhofer Gesellschaft das Projekt „Go Beyond 4.0“ aufgelegt, das traditionelle Führungsmethoden mit Zukunftstechnologien und digitalisierten Produktionsverfahren verknüpfen soll. »Wir wollen digitale Druck- und Laserverfahren, die bislang kaum in der Massenfertigung eingesetzt werden, nutzen, um Massenprodukte zu individualisieren«, betont Projektleiter Prof. Thomas Otto. »Mit dieser Kombination lassen sich Serienprodukte ressourcenschonend und kosteneffizient bis hin zum Unikat individuell gestalten«.

Sechs Institute – drei Anwendungsfelder
Dazu bündeln sechs Fraunhofer-Institute disziplinübergreifend ihre Kompetenzen aus den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Photonik und Materialwissenschaften und entwickeln anhand dreier marktrelevanter Anwendungsbereiche in den Fertigungsdomänen Automobilbau, Luftfahrt und LED-Beleuchtungstechnik neue Strategien und Prozessinnovationen. So sollen etwa Material auftragende (Druck-) und Material abtragende (Laser-) Digitalmodule je nach Bedarf in bestehende Prozessketten integriert werden. Die drei Demonstratoren »Smart Door«, »Smart Wing« und »Smart Luminaire« wurden so gewählt, dass ein möglichst breites Anwendungsspektrum im Hinblick auf Losgröße aber auch Bauteilgeometrie aufgezeigt werden kann.

Mit dem Leitprojekt will Fraunhofer zeigen, wie mit Hilfe einer Kombination der Fertigungsverfahren Digitaldruck und digitaler Laserbearbeitung Klein- und Kleinstserien von Massenprodukten ermöglicht werden, die in der effizienten, vollständig individualisierten Massenproduktion der Losgröße 1 gipfeln soll.