23.07.2017

Von der Ennstal-Classic, Mark Webber und einem Porsche-Märchen


An Rande der 25. Ennstal-Classic 2017 äußert sich Sportwagen-Weltmeister und Formel 1-Fahrer Mark Webber zur Ennstal-Classic, über seine Karriere und über ein wahrgewordenes Porsche-Märchen.

Was macht für Dich die Faszination „Ennstal-Classic“ aus?

Mark: Es ist diese besondere Atmosphäre, die wunderschöne Landschaft, die fantastischen Leute, die ausgezeichnete Gastfreundschaft, die Möglichkeit Freunde zu treffen und natürlich ganz besonders die wunderbaren Fahrzeuge.

Ist es das erste Mal, dass Du an der Ennstal-Classic teilnimmst und wie kam es zu einer Teilnahme?
Nein, es ist das zweite Mal für mich hier im Ennstal zu sein. Es war damals Porsche, die mich fragten, ob ich Lust hätte, Klassik-Fahrzeuge zu fahren. Und ganz ehrlich, wenn sie mich vor zehn Jahren gefragt hätten, hätte ich wahrscheinlich wenig Begeisterung gezeigt. Aber jetzt, besonders nach meinen letzten Erfahrungen, macht es mir einen riesen Spaß, hier mitfahren zu können, die Landschaft zu genießen und das in einem wunderbaren Porsche-Klassiker.   

Hast Du schon bei anderen Classic-Events teilgenommen und wenn ja, bei welchen?
Nein, bisher nur bei der Ennstal-Classic. Natürlich interessieren mich auch andere Klassiker, wie die Mille Miglia. Doch gab es leider noch keine Gelegenheit bei einem dieser Rennen teilnehmen zu können.

Hier bei der Ennstal-Classic fährst Du in einen Porsche 550 Spyder, Baujahr 1954, mit dem Hans Herrmann 1954 bei den Carrera Panamericana Mexico sensationell den dritten Platz belegte. Wie fährt sich dieser geschichtsträchtige Porsche?
Ich musste mich bei meinen ersten Testfahrten regelrecht einbringen. Der Spyder fordert dem Fahrer viel ab, bereitet aber einen höllischen Fahrspaß. Er ist sehr laut, hart zu fahren, besonders bei Regen. Und obwohl es ein großer Unterschied ist, einen Rennwagen oder einen Oldtimer zu fahren, war es am Ende doch einfach, mich umzustellen.

Du bist in Deiner Karriere für viele Rennteams gestartet. In welchem hast Du Dich am wohlsten gefühlt?
Ich habe meine Zeit bei Jaguar in der Formel 1 in sehr guter Erinnerung, da ich hier in meinen ersten Jahren in der Formel 1 einen großen Zusammenhalt verspürte und viel lernen konnte. Eine großartige Zeit erlebte ich auch bei Red Bull Racing, gerade wegen ihres Teamspirits. Selbst als ich 2009 bei einem Mountainbike Unfall mehrere Knochenbrüche erlitt, stand das Team noch hinter mir. Auch meine Zeit mit Sebastian Vettel bei Red Bull Racing war zwar anspruchsvoll, aber wunderbar. In Summe hatte ich in der Formel 1 großes Glück, da ich für die besten Teams der Welt fahren durfte. Und dann natürlich ab 2014 in meiner Zeit bei Porsche in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft. Hier ist zum Abschluss meiner Karriere absolut ein Märchen wahrgeworden, noch einmal für eine so große Marke Rennen fahren zu dürfen. Porsche ist wahrscheinlich die größte „Rennsportfamilie“ die es gibt. Und das bekommt man gerade bei der Ennstal-Classic zu spüren.

Zu Mark Webber:
Mark Webber, Jahrgang 1976 ist ein australischer Automobilrennfahrer, der von 2002 bis 2013 in der Formel 1-Weltmeisterschaft unter anderem bei Jaguar, Williams und Red Bull Racing fuhr. Bereits 1998 wurde Mark Webber in der FIA-GT-Meisterschaft auf einem Mercedes-AMG CLK-GTR Vize-Weltmeister und 2001 Vizeweltmeister der Formel 3000. Von 2014 bis 2016 trat Webber für Porsche in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft an und gewann 2015 den Fahrer Weltmeistertitel.


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