Das Herz der Naturbahnrodler schlägt im Kühtai-Sellrain

Über den Rodelclub Kühtai-Sellraintal versuchen die beiden Vereinspräsidenten Marco Holzknecht und DI Helmut Ruetz, das Sportrodeln im Mekka des Naturbahnrodels wieder hoffähig zu machen – und ziehen dabei alle Register. Die Weltmeisterschaften im Naturbahnrodeln im Januar 2025 waren ihr erstes Ausrufezeichen. Dabei verlieren sie jedoch nicht die Basisarbeit in den Schulen mit den Kindern aus den Augen.

Es ist ein später Montagvormittag, und am Sonnberglift in Gries im Sellraintal herrscht bei strahlendem Wetter schon reges Treiben. 21 Kinder der dritten und vierten Klassenstufe versuchen, die Lektionen des Lehrgangs „Sicheres Rodeln“ des Tiroler Rodelverbands (TRV) in die Praxis umzusetzen. Nach einer kurzen Wiederholung der zehn wichtigsten Regeln im Rodelsport wird ihnen die vielleicht wichtigste Regel an diesem Ort besonders eindringlich erklärt: „Immer die Rodel fest im Griff behalten! Unten verläuft die Sellrainer Landesstraße – viel zu gefährlich …“erklärt Rodelguide Stefan Haslwanter vom Tiroler Rodelverband. 

Sicheres Rodeln in Theorie und Praxis
Das Schulprojekt, das der Tiroler Rodelverband seit mehreren Jahren kostenlos für Grundschulen anbietet, gliedert sich in Theorie und Praxis. Im ersten Teil des Projekts wurde den Kindern der Volksschule Gries im Sellrain im November letzten Jahres der Rodelsport im Rahmen einer Turnstunde vorgestellt. Anschließend folgten zwei Einheiten auf Rollenrodeln, um die Kinder mit dem Sportgerät vertraut zu machen. 
„Es war wirklich schön, wie schon zu diesem frühen Zeitpunkt alle Lehrerkollegen hinter dem Projekt standen“, freut sich die Schulleiterin Susanne Haselwanter-Entner. „Wir alle würden es sofort wieder machen!“ Und Projektleiter Björn Kierspel ergänzt: „Die Bedeutung des Rodelsports hat besonders in den letzten Jahren stetig zugenommen – ebenso wie das Bewusstsein dafür, was Rodeln eigentlich ausmacht und wie man sicher ins Tal gelangt. Genau dazu möchte der Tiroler Rodelverband mit seinem Schulprojekt einen Beitrag leisten.“ Ende Januar und nun im Februar trainierten die Kinder dann zweimal auf dem unteren Abschnitt der Skipiste des Sonnberglifts – eine echte Herausforderung für sie. „Wenn ihr hier an diesem Hang rodeln könnt“, setzt Rodelguide Stefan alle seine Motivationskünste ein, „könnt ihr überall herunterrodeln.“ Besonders wichtig für die Kinder, die sich zwar begeistert mit dem Projekt identifizieren, aber bei denen doch der eine oder andere noch ein wenig Scheu zeigte.

Win-Win-Situation für Jung und Alt
Als Marco und Helmut vor zwei Jahren den Rodelclub Kühtai-Sellraintal gründeten, wollten sie in erster Linie dafür sorgen, dass das Sportrodeln wieder hoffähig wird. Beide waren mit dem Rodeln aufgewachsen und begeisterte Rennrodler geworden. Bald wurde ihnen klar, dass sie ihr Ziel nur über die Jugendarbeit erreichen konnten. Schnell wurde der Kontakt zwischen der Schule und dem Tiroler Rodelverband hergestellt. „Einige Kinder sind durch die TRV-Initiative mittlerweile begeisterte Naturbahnrodler geworden“, berichtet Susanne Haselwanter-Entner. „Obwohl wir im Ort eine Rodelbahn haben, hat das Rodeln hier keinen so großen Stellenwert wie zum Beispiel das Skifahren. Höchste Zeit also, dass sich das ändert.“

Die Zukunft im Rodel-Mekka ist gesichert
Der Rodel-Virus ist auch erstmals gesät. In diesem Jahr sollen noch im März/April die zweiten offenen Vereinsmeisterschaften stattfinden. Dann werden auch Rodler aus Grinzens, dem Sellraintal und aus Oberperfuss teilnehmen. Marco erklärt weiter: „Nachdem dieses Schulprojekt nun erfolgreich abgeschlossen wurde, wird unser Verein den Kindern noch im März ein Training anbieten, damit sie dem Rodeln treu bleiben.“ Und dieses Training wird niemand Geringerer als die frischgebackene Vizeweltmeisterin im Naturbahnrodeln Riccarda Ruetz leiten – zufällig die Tochter von Helmut.“

Auch TRV-Präsident Peter Knauseder freut sich über den enormen Zuspruch „seines“ Schulprojekts: „Es wäre natürlich großartig, wenn das eine oder andere Kind dem Rodelsport langfristig treu bleiben würde. Rodeln ist sowohl Volks- als auch Spitzensport. Deshalb hat sich der Tiroler Rodelverband zum Ziel gesetzt, wieder mehr Kinder für diese rasante und körperlich aktive Sportart zu begeistern.“

(599 Zeichen – 4.285 Wörter)

Fotos: © TRV/Robert Thiem

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Robert A. Thiem
Max-Weiler-Weg 5
6067 Absam
Mobil: +43 699 1729 7314
e-mail: info@tme.at